Arbeitsintegration: Ein Mensch, ein Weg

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Die Gründe, die zu einer Arbeitsunfähigkeit führen, sind zahlreich. Die Wege zurück in den Beruf sind es genauso. Einer, der dank der Band-Genossenschaft eine massgeschneiderte Lösung gefunden hat, ist Ulrich Kämpf.

Ein prüfender Blick, ein paar geschickte Handgriffe – und alles läuft wieder wie geschmiert. Automechaniker Ulrich Kämpf blickt zufrieden auf sein Werk. Nur dass er sich heute um eine ältere Kiste ganz ohne PS gekümmert hat; ein defekter Drucker war es stattdessen. «Mein Sinn für Technik lässt mich auch abseits des Automotors selten im Stich», freut sich der Berner Oberländer. Vor vier Jahren hat er seinem ursprünglichen Beruf wortwörtlich den Rücken gekehrt. Dazu geführt hat eine Krankheit mit Folgeschäden an Rücken und Wirbelsäule. Für den Mechaniker, der mit seinem Bruder eine Autogarage aufgebaut hat, keine einfache Entscheidung. Doch er weiss: «In einer solchen Situation muss man loslassen können und sich auf etwas Neues einlassen.»

Seit dem Sommer 2017 arbeitet Ulrich Kämpf beim Bundesamt für Umwelt in Basel. Als Mitarbeiter Service und Support kümmert er sich um schmierende Drucker und vieles mehr. Es ist ein Job, der mit seiner Gesundheit im Einklang ist – und einer, den er mit seinem Jobcoach der Band-Genossenschaft gefunden hat. Anfang 2017 hat ihn die IV zum sozialen Unternehmen überwiesen. In einer dreimonatigen beruflichen Abklärung sollte er herausfinden, welche Arbeiten die angeschlagene Gesundheit noch zulassen. Weder stehen noch sitzen über eine längere Zeit: Das sind die stillschweigenden Grenzen, die ihm sein Körper auferlegt hat.

 

Ideal angepasster Job

Nach dem Ende des Abklärungsprozesses startet Ulrich Kämpf ein Praktikum im Hausdienst der Band-Genossenschaft. «Das war ein Schritt in die richtige Richtung», so der Heimberger im Rückblick, «an körperliche Grenzen bin ich aber auch hier gestossen.» Umso besser was danach folgt – der Job beim Bundesamt für Umwelt, ebenfalls eingeläutet durch ein Praktikum. Der Wechsel zwischen den Bewegungsabläufen sei hier ideal, nicht mehr als dreissig Minuten sitzt er am Stück vor einem Bildschirm. «Ich bin viel auf den Beinen und widme mich täglich neuen Herausforderungen.» Sitzungszimmer in Stand halten, Büroeinrichtungen und EDV bewirtschaften, einfachere technische Probleme lösen – all das leistet der 58-Jährige in seinem 50-Prozent-Arbeitspensum.

Ulrich Kämpf ist eines der Beispiele, das zeigt: Massgeschneiderte Lösungen haben die besten Erfolgsaussichten. Beim gelernten Automechaniker sind es die komplexen körperlichen Einschränkungen, für die nur ein passgenaues Arbeitsmodell in Frage kommen. Auch sonst gestalten die Jobberater von Band die Arbeitsintegration ganz individuell. Dazu gehören auch die Modalitäten rund um eine Anstellung. Wegen interner Vorgaben konnte das Bundesamt Ulrich Kämpf nicht direkt anstellen – darum gleiste der Jobberater eine Lösung über ein Temporärbüro auf, das den Klienten seither beschäftigt. Aufs kommende Jahr könnte nun eine Anstellung beim Bund dennoch möglich werden. So oder so, für Ulrich Kämpf ist klar: «Auch wenn mein Herz immer noch für den Mechanikerberuf schlägt; der neue Job ist das beste, was ich aus meiner Situation herausholen kann.»