Ein Star in Bildern: Instagram statt IV

Mit der Band fand Tobias Meyer einen Weg, sein grösstes Talent zu nutzen. 

Jährlich werden viele hundert Menschen im Rahmen der Wiedereingliederung von der Band-Genossenschaft begleitet. So kann den meisten sinnvoll weitergeholfen werden. Manchmal wird aus einer erfolgreichen Eingliederung sogar eine echte Erfolgsgeschichte. Wie etwa bei Tobias Meyer, der heute ein echter Instagram-Star ist. Im Interview erzählt er über seine Erfahrungen.

Hallo Tobias. Wie hast du von der Unterstützung durch die Band-Genossenschaft profitiert?

Ich habe dort eine Wiedereingliederung gemacht, das ist jetzt vier Jahre her. Ich hatte psychische Probleme und konnte nicht arbeiten gehen. Beim Band konnte ich langsam wieder eingegliedert werden. So hatte ich noch etwas Zeit, um herauszufinden was ich eigentlich will.

Wie kam der Kontakt mit Band zustande?

Durch die IV.

Wie ist dieser ganze Prozess abgelaufen? Wie bist du von der IV zur Band gekommen? Und wie lief die Betreuung durch die Band-Genossenschaft ab?

Nach mehreren abgebrochenen Berufsausbildungen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern wurde mir vorgeschlagen, wieder eine Eingliederung zu machen. Die IV hat mir dann die Band-Genossenschaft empfohlen. Da ich in Detligen wohne, ist die Band-Genossenschaft im Kanton Bern m nächsten und darum kam ich dorthin.

Wie hat dir die Band genau geholfen?

Ich konnte mich langsam wieder an den Arbeitsalltag gewöhnen. Ich habe zuerst ganz verschiedene Sachen und Abklärungen gemacht, wie zum Beispiel Elektronik, Polymechanik und Informatik. Das hat mir aber nicht gefallen und so bekam ich dann von der Band die Unterstützung, ein Praktikum als Fotograf zu machen.

Wie kam es zu den vielen unterschiedlichen Berufsfeldern, in denen du gearbeitet hast?

Bevor ich zur Band-Genossenschaft kam, hatte ich ein Praktikum als Informatiker gemacht. Das war da, was mir bis dahin am meisten gefiel, aber auch das nicht richtig. Dann habe ich halt wirklich alles mal ausprobiert, was sie dort hatten. Aber ich konnte nie richtig mit gutem Gewissen dahinterstehen und mich für eine Lehrstelle bewerben, weil ich wusste, wenn es mir nicht gefällt, ich also nicht weiss wofür ich das mache, breche ich es wieder ab.

Du wolltest also sicher sein, bei dem was du macht.

Genau. ich wusste schon seit Jahren, dass ich etwas mit Fotografieren machen wollte. Aber es gab nie wirklich eine Möglichkeit, das zu lernen. Da muss man zuerst ein Praktikum machen und dann muss man studieren. Und studieren kann auch nur, wer eine abgeschlossene Lehre hat. Das hatte ich nicht und darum habe ich zuerst versucht, etwas Anderes zu finden. Gemeinsam mit meinem Coach bei der Band-Genossenschaft haben wir uns entschieden, diesen Weg trotz Hindernissen zu gehen. Ich hatte dann die Möglichkeit, ein Praktikum zu machen. Und dabei wusste ich ganz genau: Wenn ich das nebenbei schon fünf Jahre mache, dann werde ich es auch beruflich durchziehen.

Konnte dich da Band besonders unterstützen, dass du den Weg findest?

Was mich am meisten unterstützt hat, war allgemein die Unterstützung von der Band und dass der Coach immer an mich geglaubt hat. Dass sie sagten «Der Herr Meyer, der weiss was er will und er möchte das gerne machen». Und dass sie mir so den Spielraum gaben, während meiner Arbeitszeit zu recherchieren und mich bei verschiedenen Fotografen zu bewerben.

Jetzt bist du Fotograf – gratuliere dazu. Du hast deinen Weg gefunden und bist jetzt sogar ein echter Instagram-Star. Wie sieht dein Leben jetzt aus?

Ich habe mich auf Lifestyle- und Reisefotografie fokussiert. Dementsprechend bin ich viel unterwegs. Also eigentlich reise ich und mache Fotos. Wenn ich zu Hause bin, bearbeite ich meine Bilder und kümmere mich um neue Projekte.

Wenn jemand zu dir kommen würde, der noch auf der Suche nach seinem Talent ist, was würdest du da raten: Wie kann man sein Talent finden?

Ich glaube dort wo die Leidenschaft liegt, ist auch das Talent. Ich glaube auch, Talent hat viel mit Durchhaltevermögen und Wille zu tun. Das hat man meist für Sachen, die man gern macht. Und wenn man viel Energie in das investiert, wird man immer besser. Je nachdem, wie intensiv man sich damit auseinandersetzt, kann man dann auch Geld verdienen. Ohne Durchhaltevermögen könnte ich das hier nicht machen. Nur mein Talent dahinter würde nicht reichen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
COSMO_PhotoMünsingen2_01
DSC00439-Bearbeitet
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mehr Bilder von Tobias gibt es auf seinem Instagram-Profil