Technik für den Mensch und mit dem Mensch

Die Band-Genossenschaft hält Schritt mit dem 1. Arbeitsmarkt: Die Maschinenzukunft klopft auch beim Berner Sozialunternehmen an – etwa mit neuen Technologien wie dem 3D-Druck. 

Etwas in mühevoller Handarbeit fertigen, sich mit der nötigen Ruhe einer Sache widmen – das gibt es heute, und auch noch morgen. Manchmal geht es aber einfacher. Der Beweis dafür sind zwei kleine Drucker, die mehr können als es den Anschein macht. Sie stehen in den Hallen der Band-Genossenschaft und lassen die Lernenden kleine Teile für Prototypen drucken. «Die Digitalisierung gibt der Entwicklung einen kräftigen Schub», weiss Andreas von Niederhäusern, Leiter Produktion bei Band, «die 3D-Drucktechnologie ist eine wichtige Form davon.»

Wichtig ist der 3D-Druck deshalb, weil der Markt ihn verlangt. «Wir spüren hier ein wachsendes Interesse der Kundschaft.» Darum ist klar: Bald soll ein grösserer Industriedrucker angeschafft werden, der auch grössere Prototypen drucken kann. Andreas von Niederhäusern ist derzeit mit einem Team aus Fachkräften daran, mögliche Modelle zu prüfen und zu testen. Den Markt zu beobachten ist eine seiner wichtigsten Aufgaben, auch mit Blick auf alle weiteren Maschinenneuheiten. Eine solche sind zum Beispiel Roboter. In den nächsten Jahren will auch die Band-Genossenschaft erste Erfahrung mit den technischen Helfern machen. «Unser Ziel ist dabei nicht die Automatisierung», stellt der Leiter Produktion klar, «Menschen mit einer Beeinträchtigung sollen bei uns auch weiterhin eine Beschäftigung finden.» Vielmehr gehe es darum, die Laufzeit der Maschinen zu erhöhen. Eine bessere Auslastung sorge letztlich dafür, dass Band marktfähig bleibe. So könnte ein Roboter nachts Teile grösserer Serien bestücken, während tagsüber wieder Menschen ganz manuell arbeiten.

Gross in die Zukunft investiert

Dass Technik den Menschen unterstützt, ist keine Zukunftsmusik. Schon heute hat die Band-Genossenschaft Maschinen im Einsatz, die teilweise autonom arbeiten. Etwa ein neues Bearbeitungszentrum für mechanische Teile, das mittags oder abends ohne menschliches Zutun weiterarbeitet. «Das ist eine wichtige Investition, die wir im 2018 getätigt haben», weiss Andreas von Niederhäusern, «und in den nächsten Jahren werden wir genauso kräftig investieren.» Der Einsatz neuster Technologie hat auch einen Einfluss auf die, die mit ihr arbeiten: Die Anforderungen werden höher. Etwa an die Ausbildner und Fachkräfte, welche die Mitarbeitenden mit einer Beeinträchtigung anleiten. Stetige Weiterbildung, intern wie extern, ist für den reibungslosen Betrieb darum zentral.

Auch die Menschen mit einer Beeinträchtigung spüren die Auswirkungen der neuen Technologie. Etwa darin, dass die einfachsten Routinearbeiten weniger werden. Andreas von Niederhäusern sieht darin vor allem einen Gewinn: «Wir stellen fest, dass sich für viele neue Chancen ergeben.» Die Mitarbeitenden erhielten zusätzliche Förderung, entdeckten manchmal gar neue Talente, und ganz grundsätzlich werde die Arbeit abwechslungsreicher. Wer mit den neuen Möglichkeiten trotzdem Mühe bekunde, der profitiere vielleicht von einem anderen Vorteil: Die Digitalisierung schaffe auch neue Jobs. «Sei es in der Logistik oder in einem anderen Bereich, wir finden für unsere Mitarbeitenden eine passende Arbeit.» Eines ist sicher: Auch wenn der digitale Wandel viel Neues bringt, den Arbeiter aus Fleisch und Blut braucht es weiterhin. Denn aus dem 3D-Drucker kommt der noch lange nicht.

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