Senklochdeckel und Co. aus dem Koffer

 

Sie packen alles rein, was geht. Mittels 3D-Druckverfahren haben Lernende der Band-Genossenschaft eine innovative Idee umgesetzt: Einen Koffer, der das ganze Sortiment des Baugussherstellers Nottaris enthält.

Wer reist, der kennt den Ärger. Wie wenig Platz im Koffer doch schon wieder ist! Das geht auch anders, haben sich Lernende der Konstruktion und Mechanik bei der Band-Genossenschaft gesagt. Das Resultat ist ein Koffer, in dem mehr drinsteckt als er von aussen vermuten lässt. Er enthält alles, was es auf Strassen und Trottoirs zum Entwässern braucht: Schachtabdeckungen, manche davon höhenverstellbar, Strassenroste oder Entwässerungsrinnen. Und doch bleibt der Koffer angenehm handlich. Der Inhalt bildet das ganze Sortiment der Firma Nottaris im Massstab 1:5 originalgetreu ab. Damit will der Baugusshersteller aus Oberburg künftig auf Kundenakquise gehen: Mit einem Koffer, der alles zeigt, was die Gussprofis können.

Beat Herren, Fachbereichsleiter Konstruktion bei Band, hat die Entstehung mit in die Wege geleitet. «Vor allem unsere Lernenden haben von diesem Projekt enorm profitiert.» Nicht nur, dass sie wertvolle Kontakte zu einem Unternehmen aus dem 1. Arbeitsmarkt gesammelt hätten – auch die Motivation, etwas zu gestalten, sei höher als üblich gewesen. «Die Aufgabe war innovativ und hat den Erfindergeist geweckt. Das ist für viele ein besonderer Kick, um etwas zu leisten.» Vier Monate sind von der Idee bis zu einem ersten Testkoffer vergangen. Gefordert waren in dieser Zeit vor allem die Konstrukteure. Sie haben die einzelnen Bauteile, rund 80 an der Zahl, in neun Baugruppen zusammengefasst und am Computer überarbeitet. Ein 3D-Drucker hat die Bestandteile schliesslich im sogenannt additiven Verfahren hergestellt. Parallel dazu haben sich Lernende der Mechanik ans Werk gemacht, etwa die Schaumstoffeinlagen für den Koffer gefräst.

Lernfaktor kommt zuerst

Heute hat die Firma Nottaris den Testkoffer erfolgreich im Einsatz. Ein zweiter ist aktuell bei der Band-Genossenschaft in Entstehung, drei weitere sollen folgen. Dabei ist keiner der neu entstehenden Koffer genau wie der andere: Das Sortiment von Nottaris entwickelt sich laufend weiter, was sich im Inhalt der Präsentationskoffer abbilden soll. Für Beat Herren ist das laufende Projekt eine Erfolgsgeschichte: «Unser oberstes Ziel ist es, dass wir unseren Auszubildenden Lerninhalte bieten, die sie wirklich weiterbringen.» Dazu gehöre es etwa, weitere Erfahrungen mit der immer noch relativ neuen 3D-Technik zu ermöglichen. «Das haben wir mit diesem spannenden Projekt geschafft.»

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